B2B Shop · Plattform · ERP-Integration

B2B-Shop-Agentur
— Plattform, Strategie, Implementierung

Definition

Was ist ein B2B-Shop?
— der Unterschied erklärt

Ein B2B-Shop ist eine E-Commerce-Plattform, die ausschließlich oder primär für Geschäftskunden konzipiert ist — also Hersteller, Großhändler, Industriezulieferer, Handwerker, Wiederverkäufer. Der grundlegende Unterschied zu einem B2C-Shop liegt in der Logik dahinter: Im B2B kauft kein Endkunde aus dem Affekt, sondern ein Einkäufer mit Budget, Genehmigungsprozess und einem Lieferantenvertrag im Rücken.

Daraus folgen typische B2B-Shop-Features, die ein klassischer B2C-Shop nicht hat: Login-Pflicht, weil Preise vertraulich sind. Kundengruppen und Preislisten, weil Kunde A andere Konditionen hat als Kunde B. Staffelpreise, weil 100 Stück günstiger sind als 10. Multi-User-Accounts mit Rollen, damit der Einkäufer bestellen, der Buchhalter aber nur sehen darf. Genehmigungs-Workflows für Bestellungen über Budgetgrenze. Kostenstellen, damit jede Bestellung intern korrekt zugeordnet wird. ERP-Sync für Bestände, Preise, Auftragsstatus. Angebotsanfragen bei verhandelbaren Preisen. Wiederbestell-Listen, weil B2B-Einkauf zu 70 % wiederkehrend ist.

Ein B2B-Online-Shop ist deshalb kein UI-Projekt, sondern ein Vertriebssystem. Die Frage ist nicht „wie sieht die Produktseite aus", sondern „wie bilden wir die Vertriebsrealität — Preise, Rabatte, Rahmenverträge, Genehmigungen — sauber digital ab". Genau dort steigen wir ein.

Unser Ansatz

Drei Prinzipien,
die jedes B2B-Shop-Projekt leiten

01

Prozesse vor Plattform

Vertriebsprozesse sind komplex: Staffelpreise, Rahmenverträge, Freigabelogiken, Angebotswesen. Bevor wir eine B2B-Shop-Plattform empfehlen, kartieren wir Ihren Workflow — von der Anfrage bis zur Rechnung. Erst dann fällt die Plattform-Entscheidung.

02

ERP-Integration als Kern

Der B2B-Shop muss mit Ihrem ERP sprechen — SAP, Microsoft Dynamics, DATEV oder JTL-Wawi. Nicht als Nachgedanke, sondern als zentraler Architekturbestandteil. Artikelstammdaten, Lagerbestände, Kundenpreise und Auftragsstatus laufen synchron.

03

Plattform-neutral beraten

Wir sind kein Reseller einer einzigen B2B-Shop-Software. Wir empfehlen das, was zu Ihnen passt — auch wenn das eine Plattform ist, an der wir weniger verdienen. Saubere Architektur statt Quick-Fixes, die bei der nächsten Anforderung zusammenbrechen.

Plattform-Vergleich

B2B-Shop-Plattformen
im Vergleich

Die richtige B2B-Ecommerce-Plattform hängt von ERP-Landschaft, Kundenstruktur, Preislogik und Wachstumsplan ab. Hier die vier Anbieter, die wir in der Praxis am häufigsten empfehlen — herstellerneutral, mit ehrlichen Stärken und Schwächen.

Shopware 6 — B2B Suite

DE · Mid-Market

Deutsche B2B-Shop-Software, gewachsen aus Shopware 5. Die kostenpflichtige B2B-Suite ergänzt Kundengruppen, Preislisten, Schnellbestellung, Angebotswesen und Multi-User-Accounts. Mid-Market-Liebling für Hersteller und Großhändler mit 1–10 Mio Online-Umsatz.

Stärken
  • • Deutsche Doku & Community
  • • DSGVO-Standardkonform
  • • Flexibles Datenmodell
  • • Großes Plugin-Ökosystem
Schwächen
  • • B2B-Suite kostet extra
  • • ERP-Sync via Middleware
  • • Hosting-Anspruch hoch

Typischer Kunde: Mittelständischer Hersteller oder Großhandel mit Shopware-Affinität, deutscher Markt, 5.000–50.000 Artikel.

Sana Commerce

ERP-First

B2B-Shop-Plattform mit nativer Tiefen-Integration in Microsoft Dynamics 365 (Business Central, Finance & Operations) und SAP. Statt einer separaten Datenhaltung läuft der Shop direkt auf den ERP-Daten — Preise, Bestände, Kundenkonditionen kommen Live aus dem ERP.

Stärken
  • • Echte ERP-Live-Sync
  • • Kein Daten-Duplikat-Chaos
  • • Schnellere Implementierung
  • • B2B-Logik out-of-the-box
Schwächen
  • • Lizenzkosten höher
  • • Frontend weniger flexibel
  • • Nur sinnvoll mit MS/SAP

Typischer Kunde: Mittelstand oder Industrie mit etabliertem Microsoft Dynamics oder SAP, ERP als Single Source of Truth.

OroCommerce

Open-Source · Enterprise

Open-Source-B2B-Shop-Software, von Grund auf für komplexe B2B-Szenarien gebaut: Multi-Mandanten, Multi-Website, Multi-Sortiment, Workflow-Engine, integriertes CRM. Wenn die Anforderungen jenseits dessen liegen, was ein Shopware-Plugin abbildet, wird Oro spannend.

Stärken
  • • Maximale Flexibilität
  • • Workflow-Engine integriert
  • • Multi-Org / Multi-Website
  • • Open Source verfügbar
Schwächen
  • • Lernkurve steil
  • • Wenige DACH-Implementierer
  • • Enterprise-Edition teuer

Typischer Kunde: Industrie mit Distributoren-Netz, mehrere Marken oder Märkte, komplexe Genehmigungs-Workflows.

Shopify B2B (Plus)

Time-to-Market

Shopify hat seine B2B-Funktionen in den letzten Jahren stark ausgebaut: Customer Accounts, Company Locations, Catalog-spezifische Preise, Net-Terms, Bestellgenehmigungen. Verfügbar nur auf Shopify Plus. Schneller Launch, aber Limits bei sehr komplexen Preislogiken.

Stärken
  • • Schnellste Time-to-Market
  • • Hosted, wartungsarm
  • • Headless-fähig
  • • Riesiges App-Ökosystem
Schwächen
  • • Komplexe Staffeln limitiert
  • • Plus-Lizenz erforderlich
  • • ERP-Sync via Drittanbieter

Typischer Kunde: Hersteller mit B2C-Hintergrund, der zusätzlich einen B2B-Wholesale-Kanal eröffnet — schlanke Preislogik.

Weitere Bausteine, die wir je nach Setup integrieren: Akeneo PIM für saubere Produktdaten, Magento / Adobe Commerce bei vorhandener Magento-Historie, JTL-Shop bei JTL-Wawi-Verzahnung, WooCommerce B2B bei kleinen WordPress-Setups.

Investition

Was ein B2B-Shop-Projekt
tatsächlich kostet

Drei Realitätspakete — keine Lockangebote. Lizenzkosten der Plattformen sind separat zu kalkulieren und nicht enthalten.

Standard B2B
18.000–35.000 €

Shopware Standard · Login + Preisgruppen

  • • Shopware 6 Standard-Setup
  • • Login-Bereich, Kundengruppen
  • • 2–3 Preislisten, Staffelpreise
  • • CSV-Import / einfache ERP-Schnittstelle
  • • Bis ~5.000 Artikel
  • • Standard-B2B-Theme angepasst

Für Mittelständler, die schnell digital starten wollen, ohne ERP-Tiefe-Integration.

Enterprise
ab 80.000 €

Sana / OroCommerce · Komplexe ERP-Sync

  • • Sana Commerce oder OroCommerce
  • • Multi-Mandanten / Multi-Brand
  • • Mehrsprachig, mehrere Märkte
  • • Tiefe SAP- oder Dynamics-Integration
  • • PIM (Akeneo) + DAM-Anbindung
  • • Migration legacy-System

Industrie, Distributoren-Netz, internationale Aufstellung.

Monatliche Betreuung & Weiterentwicklung

Ein B2B-Shop ist nie fertig. Nach Launch übernehmen wir Wartung, Performance-Monitoring, kleinere Erweiterungen und Sicherheits-Updates. 1.500–6.000 € / Monat je nach Plattform-Komplexität und Reaktionszeit-SLA. Reine Hosting-Kosten der Shop-Plattformen sind separat.

Detaillierte Preise auf der Preise-Seite →
Vorgehen

Sieben Phasen
eines B2B-Shop-Projekts

Erprobtes Vorgehen, das verhindert, dass der Shop in Phase 5 implodiert, weil ein zentrales Datenmodell-Detail in Phase 1 vergessen wurde.

01

Bestandsaufnahme

ERP-Landschaft, PIM, DAM, Kundenstruktur, Preislogik, Sortimente, Sprachen, Märkte. Wir kartieren die Vertriebsrealität, bevor wir über Plattformen sprechen.

02

Plattform-Auswahl

Shopware B2B Suite, Sana Commerce, OroCommerce oder Shopify B2B — Plattform-neutrale Empfehlung mit dokumentierter Begründung. Lastenheft als Output.

03

Datenmodell & Preislogik

Kundengruppen, Preislisten, Staffeln, Sonderkonditionen, Rabattregeln. Hier entstehen die meisten Folgekosten, wenn das Datenmodell falsch sitzt.

04

UX-Konzept B2B

Self-Service, Schnellbestellung, Wiederbestell-Listen, User-Rollen, Genehmigungs-Workflows, Kostenstellen. B2B-Einkäufer brauchen Effizienz, nicht Inszenierung.

05

Entwicklung & Schnittstellen

Frontend, Backend-Customizing, ERP-Connector, PIM-Sync, DAM-Anbindung, Payment, Versanddienstleister. Iterativ, mit Sprint-Demos.

06

Daten-Migration & QS

Artikelstammdaten, Bestandskunden, historische Aufträge, SEO-Redirects vom Vorsystem. Strukturierte QS mit Last- und Sicherheits-Tests.

07

Rollout & Schulung

Soft-Launch mit Pilotkunden, Schulung der Bestandskunden und Innendienst-Mitarbeiter, Onboarding-Material. Adoption ist erfolgsentscheidend.

Praxisbeispiel

Shopware-B2B-Shop
für einen Industriezulieferer

Ausgangslage

Mittelständischer Industriezulieferer mit 1.200 Bestandskunden in DACH. 8.500 Artikel in SAP, individuelle Kundenpreise, hoher Innendienst-Aufwand für Bestellabwicklung per Telefon, Fax und E-Mail. Bisher kein Online-Shop.

Umsetzung

Shopware 6 mit B2B Suite, Live-Sync zu SAP über zertifizierten Connector. Kundenspezifische Preise, Wiederbestell-Listen, Genehmigungs-Workflow für Bestellungen über 5.000 €. Sechs Monate Implementierung, drei Monate Pilot.

Ergebnis nach 9 Monaten

32 % der Bestellungen laufen digital, Sachbearbeitungs-Aufwand –40 % bei Bestandskunden. Innendienst hat Zeit für Neukunden-Akquise und komplexe Anfragen statt Bestelleingaben. ROI nach ca. 14 Monaten erreicht.

Lessons Learned

Vier typische Fehler
im B2B-Shop-Projekt

01

B2C-Plattform für B2B-Anforderungen wählen

„Shopify reicht erstmal" — und nach 18 Monaten ist klar, dass die individuellen Preislisten und Genehmigungs-Workflows mit Plugin-Stacking nicht sauber abbildbar sind. Resultat: teurer Replatform-Aufwand. Lieber einmal richtig, von Anfang an mit B2B-Plattform.

02

ERP-Sync als Nachgedanke

Der Shop wird gebaut, das ERP läuft separat, „die Schnittstelle machen wir später". Dann tauchen Lager-Bestand-Diskrepanzen, Preis-Konflikte und doppelte Kundenstammdaten auf. Datenchaos, das nur durch komplettes Neudenken der Architektur zu lösen ist.

03

Keine User-Rollen / Genehmigungs-Workflows

Der Einkäufer bei Ihrem Kunden bestellt — und der Buchhalter darf alles sehen, was er nicht sehen soll. Oder: Bestellungen über 10.000 € landen ohne Freigabe direkt in Produktion. Multi-User-Logik mit Rollen und Genehmigungen ist B2B-Pflicht, nicht Kür.

04

Launch ohne Schulung der Bestandskunden

Shop ist live, Pressemitteilung raus — und nach drei Monaten liegt die Adoption bei unter 10 %. Bestandskunden bestellen weiter per Fax. B2B-Einkäufer brauchen aktives Onboarding, Schulungs-Webinare, manchmal sogar Vor-Ort-Termine. Adoption ist Vertriebsthema, nicht Marketing.

Abgrenzung

B2B vs. B2C —
der entscheidende Unterschied

B2C-Shops verkaufen an Endkunden — Impulskauf, anonymer Warenkorb, Standardpreise, einfache Customer Journey. B2B-Shops sind Vertriebssysteme. Sie bilden Lieferantenbeziehungen ab, mit Verträgen, Konditionen, Genehmigungen und ERP-Tiefe. Wer einen B2B-Shop wie einen B2C-Shop baut, baut die nächste Vertriebsbaustelle.

Die Konsequenz: Plattformen, Datenmodelle, UX-Patterns und KPIs unterscheiden sich grundlegend. Conversion-Rate ist im B2B oft zweitrangig — wichtiger sind Average Order Value, Repeat-Order-Rate und Anteil digitaler Bestellungen. Wer beides aus einer Hand abbildet, kombiniert oft Shopify Plus B2B (für den Wholesale-Kanal) mit klassischem Shopify B2C — oder eine Headless-Architektur mit getrennten Frontends.

Sie brauchen eher einen Endkunden-Shop? B2C-E-Commerce-Leistungen ansehen →

AP
Autor & Ansprechpartner

Adrian Ploß

Gründer ecommaze. Begleitet B2B-Shop-Projekte für Mittelstand und Industrie aus Memmingen — von der Plattform-Auswahl bis zur ERP-Anbindung. Schwerpunkt: Shopware B2B Suite, Sana Commerce, OroCommerce. Persönlicher Ansprechpartner über die gesamte Projektlaufzeit, kein Account-Manager-Karussell.

Weiterführend

Passende Leistungen
rund um Ihren B2B-Shop

Häufige Fragen

Häufige Fragen zum
B2B-Shop

Was ist ein B2B-Shop?+

Ein B2B-Shop ist eine E-Commerce-Plattform, die ausschließlich oder primär für Geschäftskunden konzipiert ist. Anders als ein B2C-Shop arbeitet ein B2B-Shop mit Login-Pflicht, kundenspezifischen Preisen, Staffelpreisen, Mehrbenutzer-Konten mit Rollen und Genehmigungen, ERP-Synchronisation, Angebotswesen, Kostenstellen und Wiederbestell-Listen. Typische Anwender sind Hersteller, Großhändler und Industriezulieferer, die ihren Vertrieb digitalisieren.

Was unterscheidet einen B2B-Shop von einem B2C-Shop?+

B2B-Shops zeigen Preise erst nach Login, weil jeder Kunde eigene Konditionen hat. Sie unterstützen Staffelpreise, Rahmenverträge, Multi-User-Accounts mit Genehmigungs-Workflows, Kostenstellen-Logik, ERP-Sync, Angebotsanfragen und Wiederbestell-Listen. B2C-Shops setzen auf einfache One-Click-Käufe und Endkundenpreise — beide Modelle haben grundverschiedene Anforderungen an Plattform, Datenmodell und Prozesse.

Welche B2B-Shop-Plattform ist die richtige für meinen Mittelstand?+

Das hängt von Ihrer Ausgangslage ab. Shopware 6 mit B2B Suite ist deutscher Mid-Market-Liebling für 1–10 Mio Umsatz. Sana Commerce passt, wenn Microsoft Dynamics oder SAP bereits laufen — die Plattform ist tief ERP-integriert. OroCommerce ist Open-Source-Spezialist für komplexe Enterprise-Szenarien. Shopify B2B bringt schnelle Time-to-Market, stößt aber bei sehr individuellen Preislogiken an Grenzen. Wir beraten herstellerneutral.

Wie aufwendig ist die ERP-Anbindung an einen B2B-Shop?+

Das ist meist der größte Brocken im Projekt. Eine saubere ERP-Anbindung — sei es SAP, Microsoft Dynamics, DATEV oder JTL-Wawi — synchronisiert Artikelstammdaten, Preise, Kundengruppen, Lagerbestände und Auftragsstatus. Aufwand je nach System: 8–25 Personentage. Sana Commerce hat den ERP-Sync nativ, bei Shopware oder Shopify übernimmt das ein Middleware-Connector oder eine maßgeschneiderte API-Integration.

Was kostet ein B2B-Shop-Projekt?+

Ein Standard-B2B-Shop auf Shopware mit Login-Bereich und Preisgruppen liegt bei 18.000–35.000 €. Custom-Projekte mit ERP-Anbindung, Konfigurator und Multi-Mandanten-Logik bewegen sich zwischen 35.000–80.000 €. Enterprise-Lösungen auf Sana oder OroCommerce mit komplexer ERP-Sync starten bei 80.000 €. Monatliche Betreuung und Weiterentwicklung: 1.500–6.000 € je nach Komplexität.

Brauche ich ein Lastenheft für meinen B2B-Shop?+

Ja — und zwar dringend. Ein B2B-Shop-Projekt ohne Lastenheft endet fast immer in Budgetüberschreitung und Funktionschaos. Das Lastenheft definiert Preislogik, User-Rollen, ERP-Schnittstellen, Sortimente, Sprachen, Performance-Anforderungen und Akzeptanzkriterien. Wir bieten Lastenheft-Beratung als eigene Leistung an, bevor wir in die Umsetzung gehen.

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